Zum Inhalt springen

Seniorennachmittag

FEUER – ES BRENNT!
Der verheerende Brand vom 5. Mai 1785 in Kaltenborn

Am 5. Mai 1785 kam es in Kaltenborn zu einem unerklärlichen Brand, der auf dem Schulzengehöft ausbrach und dann auf die Kirche übergriff. Sowohl das Gehöft des Schulzen Martin Ehrenberg, als auch die Kirche mit dem Turm brannten völlig aus. Durch beherztes Eingreifen der Bürger und Helfer aus umliegenden Dörfern konnte der Brand gelöscht und Schlimmeres verhindert werden.

2018 fanden im Inneren der Kirche Sanierungsarbeiten für ein Gestühl statt. Dabei wurde eine Fläche von 15 Quadratmetern um 10 Zentimeter abgetragen und das Sediment archäologisch untersucht. Beim Durchsieben fanden sich etliche Kleinfunde wie Stecknadeln, Knöpfe, Münzen und Schmuckbestandteile. Nach dem Bodenabtrag kam ein altes Kopfsteinpflaster zutage, das schon vor dem Brand existierte. Anhand von Messbildern wurde diese Pflasterung dokumentiert und anschließend das sanierte Gestühl darauf montiert.

Im Brandenburgischen Landeshauptarchiv Potsdam gibt es mehrere Akten zum Brand und zum Wiederaufbau der Kirche. Die Akte zur Ermittlung der Brandursache liest sich wie ein Kriminalfall. Nacheinander wurden alle Angehörigen der Familie Ehrenberg und die Bediensteten vereidigt und befragt. Trotzdem gelang es seinerzeit nicht zu klären, wie das Feuer ausbrach. Was damals nicht gelang, glückte Stefan Pratsch anhand von wissenschaftlichen Recherchen.

Referent: Dr. Stefan Pratsch, Untere Denkmalschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming